Aluminium/Barium-Fingerabdruck

Auf der Website der Bürgerinitiative „Sauberer Himmel“ spricht man gerne vom Chemtrail-Fingerabdruck, der sich vor allem durch die Elemente Aluminium und Barium auszeichnet. Deshalb hat man sich bei der Untersuchung ihrer Regenwasserproben besonders auf diese konzentriert. Es wird argumentiert, dass eine Korrelation von beiden (also das gleichzeitige Auftreten) auf eine gemeinsame Quelle schließen lässt. So weit so gut – schauen wir uns also die Messwerte und Interpretationen einmal genauer an:

chemtrail_alubar_regen

Die Grafik zeigt die Messwerte von 72 Regenproben, die im gesamten Bundesgebiet genommen wurden. Auf der X-Achse ist jeweils die gemessene Aluminium-Konzentration aufgetragen, die Y-Achse zeigt die dazugehörige Barium-Konzentration (je in mg/l). (Quellen: Quelle Aluminium-WerteQuelle Barium-Werte; Aufgrund eines Ausreißers in der Barium-Messung ist die Y-Achse unterbrochen, um die anderen Messwerte gebührend darzustellen.)

Eine Korrelation beschreibt Zusammenhänge. Diese können positiv sein, also je größer der eine Wert desto größer der andere (Der Korrelationskoeffizient geht gegen 1). Oder sie sind negativ, d.h. wenn ein Wert steigt, sinkt der andere (Der Korrelationskoeffizient geht gegen -1). Mit einem Korrelationskoeffizienten um 0 lässt sich ein Zusammenhang dagegen praktisch ausschließen.

Der Korrelationskoeffizient zwischen den Aluminium- und Barium-Messwerten, die in der obigen Grafik dargestellt sind, beträgt rund 0,175. Unter keinen Umständen würde jemand, der im Mathe-Unterricht nur ein bisschen aufgepasst hat, darin einen Zusammenhang zwischen den Variablen sehen. Das ist vermutlich auch den Initiatoren aufgefallen, weshalb sie diesen Wert nicht veröffentlichen.

Stattdessen schreiben sie, dass die beiden Elemente in ihrer Abwesenheit korrelieren. Es wird also argumentiert, dass sich die gemeinsame Quelle gerade dann zeigt, wenn die Stoffe nicht auftreten. Nun ja, es gibt tatsächlich einige Proben, in denen weder Aluminium noch Barium nachgewiesen werden konnten. Es handelt sich um 11 von 72, also 15,3% der Proben. Es gibt allerdings auch Proben, in denen Aluminium aber kein Barium (8,3%), und sogar mehr Proben, in denen Barium aber kein Aluminium (18,1%) gefunden wurde.

Fazit: Hier von irgendeiner Korrelation zu sprechen ist mathematisch falsch. Anhand der Messdaten kann von keinem Zusammenhang zwischen den beiden Elementen gesprochen werden. Die An- oder Abwesenheit in den Proben lässt keine Rückschlüsse auf eine gemeinsame Quelle zu.

Letztendlich konnte in insgesamt 41,7% der Proben keine oder nur eine der Substanzen festgestellt werden. Möchte man also die flächendeckende Benebelung mit einem Aluminium-Barium-Gemisch nachweisen, geben die vorliegenden Daten keine sonderlich brauchbare Grundlage.

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