Aluminium in Impfungen

Und immer wieder Aluminium. Der in Impfungen enthaltene Zusatzstoff gerät immer wieder in Verruf, für neurologische Krankheiten wie Autismus verantwortlich zu sein. Eine berechtigte Angst? Was macht das Aluminium im Impfstoff?

Bereits in den 1920er Jahren konnte gezeigt werden, dass ein Aluminiumzusatz die Immunwirkung der Impfung verstärken kann. Die genaue Wirkung ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein Zusammenspiel verschiedener Mechanismen, die auch abhängig vom verwendeten Antigen (inaktivierte Viren, Toxine, also der eigentliche Impfwirkstoff) sind. Die Antigene lagern sich an den Aluminiumpartikeln an. Dies sorgt zum einen dafür, dass die Stoffe im Körper langsamer abtransportiert werden und dem Immunsystem mehr Zeit bleibt, lokal auf den „Eindringling“ zu reagieren. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass durch Aluminium die Vermehrung von T-Helferzellen und das Überleben von Macrophagen (spezielle Gruppen von weißen Blutkörperchen, wichtig für die Immunantwort) stimuliert wird.

Aluminium kommt nicht für alle Impfungen in Frage. Das liegt an der gewünschten Reaktion des Immunsystems. Je nach Erreger möchte man verschiedene Bestandteile des Immunsystems stimulieren. So enthält z.B. der Grippe-Impfstoff Batrevac kein Aluminium. Der Diphterie/Tetanus/Pertussis-Impfstoff Boostrix dagegen enthält Aluminiumhydroxid und Aluminiumphosphat und kommt damit auf 0,5mg Al3+-Ionen. Der EU-Grenzwert liegt bei 1,25mg pro Dosis. Die über Impfungen aufgenommene Menge ist demnach gering im Vergleich zu Nahrung und Trinkwasser. Außerdem konnte gezeigt werden, dass der Aluminiumspiegel im Körper vorübergehend nur geringfügig ansteigt und das Aluminium über den Urin ausgeschieden wird.

Seit Aluminium als wirkungsvoller Impfzusatz entdeckt wurde, wird auch seine Sicherheit untersucht. Hin und wieder kommt es zu lokalen Hautirritationen oder Muskelentzündungen (Makrophagische Myofasciitis, MMF). Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass Aluminium-haltige Impfungen andere systemische (Spät-)Folgen hat. Aufgrund einiger Studien zur neurotoxischen Wirkung von mündlicher Aufnahme von Aluminium (siehe Giftigkeit von Aluminium(oxid)), wurden auch Untersuchungen zu Impfungen und Demenz durchgeführt. Diese Studien sind schwierig, da zwischen Impfungen (die normalerweise sehr früh im Leben stattfinden) und Krankheitsausbruch (Altersdemenz) eine lange Zeit liegt, wo viele andere Faktoren eine Rolle spielen können. Als man aber tausende Pensionisten nach ihren Impfungen befragte und später das Auftreten von Alzheimer-Erkrankungen beobachtete, stellte sich heraus, dass die Impfungen wenn überhaupt dann einen schützenden Effekt hatten. Die Menschen, die Aluminium-haltige Impfungen erhalten hatten, hatten ein etwas geringeres Risiko an Alzheimer zu erkranken.

Die Hypothese, Impfungen würden Autismus verursachen, wurde zuerst von Andrew Wakefield verbreitet und seitdem in unzähligen Forschungsarbeiten widerlegt. Ein kleines Forscherteam um den Kanadier Christopher Shaw hat es sich zur Aufgabe gemacht, Aluminium in Impfungen für diverse Krankheiten wie u.a. Autismus verantwortlich zu machen. Shaw ist damit zu einer neuen Ikone der Impfgegner geworden. Wir werden uns an anderer Stelle mit den Problemen seiner Arbeiten beschäftigen. Hier sei nur gesagt, dass keine andere Studie je einen solchen Effekt gefunden hat.

Nebenwirkungen wie Entzündungsreaktionen an der Einstichstelle kommen auch bei Aluminium-freien Impfungen vor. Der Einsatz von Aluminiumzusätzen in bestimmten Impfungen verbessert ihre Wirksamkeit. Ohne die Zusätze wären höhere Dosen des Impfstoffes oder mehrere Wiederholungen der Impfung nötig. Nach unserem Wissen ist Aluminium in Impfungen im Normalfall nicht gesundheitsschädlich.


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